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08.04.2019

Quartalsbericht 31.03.2019

Kommunale Arbeitsförderung weiterhin auf Erfolgskurs

Intensive Betreuungsarbeit bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen wirkt sich positiv aus

Offenburg, 08.04.2019 – Im vergangenen Quartal haben sich die Fallzahlen bei der Kommunalen Arbeitsförderung kaum verändert: So hat die Zahl der Haushalte, die im Ortenaukreis sogenannte „Hartz IV“-Leistungen beziehen, geringfügig abgenommen (minus 0,3%) und die Zahl der erwerbsfähigen SGB II-Leistungsberechtigten leicht zugenommen (plus 0,4%). Diese Entwicklung ist durchaus als positiv zu bewerten, da in den vergangenen Jahren im ersten Quartal überwiegend deutliche Fallzahlanstiege zu verzeichnen waren. In der Summe hat der Fallbestand in den letzten 12 Monaten um fast 800 Haushalte abgenommen (= minus 9,5%). Die Zahl der Leistungsberechtigten ist sogar um über 1.000 gesunken! Allerdings ist zu erwarten, dass sich dieser überaus positive Trend in den kommenden Monaten konjunkturbedingt etwas abschwächen wird.

Analog der Fallzahlentwicklung ist auch die Zahl der Arbeitslosen rückläufig: Gegenüber dem Vorjahresmonat zählt die Statistik aktuell 367 Arbeitslose weniger (= minus 8,6 Prozent). Bei den Jugendlichen und jungen Erwachsenen unter 25 hat die Arbeitslosigkeit im selben Zeitraum sogar noch deutlicher abgenommen (= minus 21,4 Prozent) – was besonders erfreulich ist, da diese Personengruppe einen herausragenden Stellenwert in der Betreuungsarbeit der KOA hat.

Mit 395 Arbeitsvermittlungen im ersten Quartal ist die Zahl der Arbeitsmarktintegrationen im Vergleich zum Vorjahresquartal leicht rückläufig. Maßgeblich für diese Entwicklung ist der Umstand, dass der Anteil arbeitsmarktnaher Leistungsempfänger im Fallbestand der KOA – analog zu den rückläufigen Fallzahlen – stetig sinkt.

Und umso erfolgreicher in den letzten Jahren Erwerbslose in den Arbeitsmarkt integriert werden konnten, umso stärker steigt auch der Anteil arbeitsmarktferner Personen mit multiplen Vermittlungshemmnissen. Zwischenzeitlich erhalten in der KOA rund 2.500 Personen seit über 6 Jahre SGB II-Leistungen – dies ist fast ein Viertel aller erwerbsfähigen Leistungsberechtigten. Diese erfordern intensive Betreuung und maßgeschneiderte Arbeitsfördermaßnahmen.

Im März 2019 waren 1.899 Maßnahmeteilnehmer gelistet, damit wurde das sehr hohe Niveau des vorangegangenen Quartals leicht unterschritten. In der Summe befinden sich der-zeit 24,4% aller dem Arbeitsmarktmarkt zur Verfügung stehenden Personen in einer Arbeitsfördermaßnahme der KOA – eine sowohl im Langfristvergleich als auch im Vergleich mit an-deren Jobcentern nach wie sehr hohe Aktivierungsquote.

1 Entwicklung der Bedarfsgemeinschaften

Die Zahl der Bedarfsgemeinschaften (BG) ist im ersten Quartal 2019 um 23 auf 7.537 gesunken (= minus 0,3%). Dies ist durchaus als positiv zu bewerten, da in den vergangenen Jahren im ersten Quartal überwiegend Fallzahlanstiege zu verzeichnen waren. Nach wie vor sind hierfür zwei Gründe maßgeblich: Es wechseln weniger Flüchtlinge aus dem Asylbewerberleistungsgesetz in das SGB II und deutlich mehr Personen – vor allem mit Fluchthintergrund – scheiden wieder aus dem SGB II-Leistungsbezug aus. In der Summe hat der Fallbestand im vergangenen Jahr um fast 800 Haushalte abgenommen (= minus 9,5%). Während sich die BGs ohne Fluchthintergrund „nur“ um 8,9% vermindert haben, sank die Zahl der Flüchtlings-BGs überproportional um 12,4%. Allerdings ist zu erwarten, dass sich dieser überaus positive Trend in den kommenden Monaten vor dem Hintergrund der sich abschwächenden Konjunktur etwas vermindern wird.

Übersicht 1a: Entwicklung der Bedarfsgemeinschaften – Quartalswerte

QB 31.03.2019_Übersicht 1a

Dass auch die Gesamtzahl der Bedarfsgemeinschaften – also einschließlich Geflüchtete – auf einem historisch niedrigen Stand ist, zeigt ein Vergleich der Märzwerte: Der bislang niedrigste Wert aus dem Jahr 2008 wurde aktuell um 265 BGs unterschritten.

Übersicht 1b: Entwicklung der Bedarfsgemeinschaften – Märzwerte

QB 31.03.2019 - Übersicht 1b

Von der guten Arbeitsmarktlage profitiert natürlich nicht nur der Ortenaukreis, sondern die meisten Gebiete in Deutschland. Vor diesem Hintergrund ist es aber besonders erfreulich, dass sich die Entwicklung bei uns trotzdem positiv von den anderen Regionen abhebt: Während sich die Fallzahlen im Bundesgebiet, in Baden-Württemberg und auch bei ähnlich strukturierten Jobcentern1 innerhalb der letzten 12 Monate um „lediglich“ um 5,9 bis 6,4 Prozent vermindert haben, betrug der Rückgang im Ortenaukreis stolze 9,2 Prozent. Dies werten wir nicht zuletzt auch als Erfolg der engagierten und professionellen Betreuungsarbeit in der Kommunalen Arbeitsförderung.

1 Für einen Vergleich mit ähnlich strukturierten SGBII-Trägern bietet sich die Typisierung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der BA an. Der Ortenaukreis gehört nach dieser Klassifizierung seit Anfang 2014 zum SGB II-Typ 1d, zu dem überwiegend Landkreise in Baden-Württemberg mit gewerblich geprägtem Arbeitsmarkt, hohem Beschäftigungspotenzial in einfachen Tätigkeiten und hohem Migrantenanteil gehören


Übersicht 2: Entwicklung der Bedarfsgemeinschaften im regionalen Vergleich

QB 31.03.2019 - Übersicht 2
jeweils (t-0 Werte)


2 Entwicklung der Arbeitslosigkeit

Die Zahl der Arbeitslosen hat im ersten Quartal um 119 Personen leicht zugenommen
(= plus 3,1%). Dies war zu erwarten, da die Arbeitslosigkeit in den vergangenen Jahren auch bei guter Konjunktur in den ersten Quartalen immer aus rein saisonalen Gründen angestiegen ist. Im Vergleich zum Vorjahr gibt es aktuell aber 367 Arbeitslose weniger – auch hier hat also ein ausgeprägter Rückgang von 8,6% stattgefunden.


Übersicht 3: Entwicklung der Arbeitslosigkeit

QB 31.03.2019 - Übersicht 3


3 Jugendliche und junge Erwachsene

Ende des ersten Quartals haben 1.904 Jugendliche und junge Erwachse im Alterskorridor zwischen 15 und 25 Jahren SGB II-Leistungen bezogen. Dies sind 323 weniger als ein Jahr zuvor und ist zugleich der niedrigste Wert in einem März, seit es die Kommunale Arbeitsförderung gibt. Insgesamt 213 unter 25-jährige gelten gemäß den gesetzlichen Kriterien aktuell als arbeitslos, dies sind 11,2 Prozent aller SGB II-Leistungsempfänger in dieser Altersgruppe. Auch dies sind jeweils die niedrigsten Werte für einen März, seitdem hierzu Daten bei der KOA erhoben werden.

Der Rest – aktuell 1.691 Jugendliche und junge Erwachsene – sind reine Leistungsempfänger oder haben den Status „arbeitsuchend“. Sie gehen noch zur Schule (53%), befinden sich in einer Arbeitsfördermaßnahme (12%) oder Berufsausbildung (10%), sind bereits erwerbstätig (10%) oder alleinerziehend mit Kindern unter drei Jahren (9%) oder stehen aus sonstigen Gründen (z.B. Krankheit oder Pflege von Angehörigen) dem Arbeitsmarkt aktuell nicht zur Verfügung.

Zu beachten ist dabei aber, dass dies lediglich eine zeitpunktbezogene Betrachtung ist. Da es sich um dynamische Prozesse handelt, kann sich der Status z.B. wenige Wochen früher oder später ändern – also z.B. die Elternzeit, der Krankenstatus, die Arbeitsfördermaßnahme oder die Schulzeit zu Ende sein oder eine Erwerbstätigkeit, Berufsausbildung oder Arbeitsfördermaßnahme begonnen werden. Hier wurden aber Standards festgelegt, dass sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der KOA rechtzeitig vor Eintritt des Status „arbeitslos“ um den Jugendlichen kümmern.

Übersicht 4: U25 – Entwicklung des Leistungsbezugs und der Arbeitslosigkeit

QB 31.03.2019 - Übersicht 4

Diese überaus positive und im Trend stabile Entwicklung bei der Personengruppe U25 ist besonders erfreulich, da diese Zielgruppe einen herausragenden Stellenwert in der Betreuungsarbeit der KOA hat. Gleichwohl erschweren auch in diesem Bereich die Erfolge der jüngeren Vergangenheit die künftige Arbeit, da der Anteil schwer zu integrierender Jugendlicher mit multiplen Vermittlungshemmnissen zunimmt. Konkret ist Folgendes festzustellen:

• Zunahme psychisch kranker und psychisch auffälliger 
  Jugendlicher
• Jugendliche mit fehlender Ausbildungsreife
• multiple Problemlagen („Lebensunfähigkeit“ – können
  lebenswichtige Angelegenheiten, wie einkaufen,
  Behördengänge nicht selbständig erledigen; Obdachlosigkeit; 
  Sucht; familiäre Probleme;…)
• Maßnahmeabbrüche

Um auf diese Problemlagen adäquat reagieren zu können, werden den betroffenen Jugendlichen in der jüngeren Vergangenheit vermehrt individuelle Betreuungsleistungen angeboten, statt diese den Standard-Gruppenmaßnahmen zuzuweisen. Dies ist natürlich mit einem weitaus größeren personellen und finanziellen Aufwand verbunden.

Des Weiteren ist zu berücksichtigen, dass es nach wie vor 629 Personen mit Fluchthintergrund in der Altersgruppe U25 gibt. Zwar ist die Flüchtlingswelle zwischenzeitlich abgeebbt, aber insbesondere viele geflüchtete Jugendliche und junge Erwachsene konnten bislang, insbesondere auch wegen fehlender Sprachkenntnisse, noch nicht in den Arbeitsmarkt integriert werden und befinden sich derzeit noch zu einem großen Anteil in Arbeitsfördermaß-nahmen.

Viele der der U25-jährigen mit Flüchtlingskontext sind zudem noch in der Schule (z.T. auch bereits weiterführende Schule), um einen Schulabschluss zu erwerben und um das für eine Berufsausbildung benötigte Sprachniveau zu erreichen. Generell liegt im Bereich U25 der Fokus zunächst auf der Vermittlung in eine Ausbildung. Dies bedarf i.d.R. (im Gegensatz zur Integration in Arbeit) einen Schulabschluss und dem Sprachniveau B2. Oft fehlt es den geflüchteten Jugendlichen auch an Ausbildungsreife. Unterstützt werden sie dann durch die vorhandenen Arbeitsfördermaßnahmen.

Mit den Aktivitäten für die Personengruppe U25 verfolgt die KOA generell das Ziel, dass keine Jugendlichen und jungen Erwachsenen in den Langzeitleistungsbezug eintreten sollen – dies ist weitaus sinnvoller, als diejenigen, die sich über viele Jahre an den Bezug staatlicher Leistungen gewöhnt haben, wieder an den Arbeitsmarkt heranzuführen. Hier gilt der Leitsatz: „Keiner darf verlorengehen“.

4 Arbeitsvermittlungen / Integrationen in den Arbeitsmarkt

Im ersten Quartal haben 299 Arbeitssuchende eine sozialversicherungspflichtige bzw. selbständige Erwerbstätigkeit aufgenommen. Hinzu kommen 96 Arbeitsaufnahmen auf dem sog. „zweiten Arbeitsmarkt“. Insgesamt haben somit 395 Arbeitsmarktintegrationen stattgefunden. – ein Minus von 14,3% im Vorjahresvergleich. In Relation gesetzt zum deutlich gesunkenen Fallbestand ist aber auch diese Entwicklung nicht als problematisch einzustufen: So ist die Integrationsquote im Vergleich zum ersten Quartal 2018 nahezu konstant geblieben. Hinzu kommt, dass mit sinkenden Fallzahlen das Potential an Arbeitsuchenden abnimmt und dem-gegenüber der Anteil derjenigen zunimmt, die große Vermittlungshemmnisse haben – was die Vermittlungsaktivitäten natürlich erschwert.

Übersicht 5: Arbeitsvermittlungen / Integrationen

QB 31.03.2019 - Übersicht 5

Im Januar/Februar 2019 konnten 58 Leistungsempfänger mit Fluchthintergrund in sozialversicherungspflichte Beschäftigung vermittelt werden (durch Nacherfassungen wird sich dieser Wert zeitversetzt noch erhöhen). Damit befinden sich die Arbeitsaufnahmen von Flüchtlingen weiterhin auf einem hohen Niveau, was vor dem Hintergrund der aktuell sinkenden Fallzahlen natürlich erfreulich ist. Ca. ein Drittel der Arbeitsmarktintegrationen sind bedarfsdeckend, so dass die Flüchtlinge vollständig aus dem SGB II-Leistungsbezug ausscheiden.

Ein ausreichendes Sprachniveau ist unerlässlich um nachhaltig in den Arbeitsmarkt integriert zu werden. Anders als zunächst angenommen, waren viele der eingereisten Flüchtlinge nicht alphabetisiert und benötigen somit ausreichend Zeit zum Erlernen der deutschen Sprache. Für den Beginn einer Ausbildung ist ebenfalls Sprachniveau B2 erforderlich. Derzeit haben nach wie vor über 90 Prozent der Leistungsempfänger mit Fluchthintergrund ein Sprachniveau unter B2! Dies zeigt, dass hier weiterhin große Aufgaben zu bewältigen sind …

Vor diesem Hintergrund wurde in den vergangenen Monaten das bereits vorhandene Maßnahmeangebot für Flüchtlinge bedarfsorientiert weiter entwickelt. Es enthält neben dem An-gebot an Sprach-, Einstiegs- und Integrationskursen vor allem sprachkursbegleitende Aktivierungsmaßnahmen, fokussiert auf die Berufsorientierung und die Vermittlung sozialintegrativer Inhalte. Zum Maßnahmespektrum gehört auch die Ausweitung und intensive Nutzung der Arbeitsgelegenheiten (AGH) im niedrigschwelligen Bereich mit Förderung von lebens-praktischen Fähigkeiten und weiteren sozialen Kompetenzen. Aktuell befinden sich 48 Flüchtlinge in AGH, dies sind bereits rund doppelt so viele wie drei Monate zuvor.

5 Arbeitsfördermaßnahmen

Qualifizierungs-, Aktivierungs- und Trainingsmaßnahmen

Gerade bei langzeitarbeitslosen Menschen sind oft verschiedene Vermittlungshemmnisse vorhanden, die einem direkten (Wieder-)Einstieg in das Arbeitsleben entgegenstehen. Durch Qualifizierungs-, Aktivierungs- und Trainingsmaßnahmen sollen die Arbeitsuchenden fit gemacht werden für den ersten Arbeitsmarkt. Um eine positive Wirkung erzielen zu können, wurde das Maßnahmeangebot von der KOA in den vergangenen Jahren bedarfsgerecht entwickelt. Im März 2019 waren 1.614 Teilnehmer in einer derartigen Arbeitsfördermaßnahme. Dies sind etwas weniger als im Quartal zuvor – allerdings im Langfristvergleich ist das Niveau an Maßnahmeteilnehmern nach wie vor sehr hoch.

Übersicht 6: Qualifizierungs- und Beschäftigungsmaßnahmen

QB 31.03.2019 - Übersicht 6

Beschäftigungsmaßnahmen

Die Zuweisung von Alg II-Empfängern in Beschäftigungsmaßnahmen ist eine bedeutende arbeitsmarktpolitische Strategie bei der Aktivierung Arbeitsloser, die auf dem ersten Arbeits-markt nicht oder nicht auf Anhieb vermittelbar sind. Dies erhält und verbessert nicht nur deren Beschäftigungsfähigkeit, es gelingt auch häufiger, sie aus solchen Maßnahmen unmittelbar in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung zu vermitteln.

Arbeitsgelegenheiten (Zusatzjobs) stellen den größten Anteil an Beschäftigungsmaßnahmen. Ihre Zahl hat sich im März auf 285 erhöht und damit den höchsten Stand innerhalb der vergangenen vier Jahre erreicht. Dieses Förderinstrument wird in den kommenden Monaten vor allem – aber nicht nur – für die Zielgruppe Flüchtlinge im besonderen Fokus der KOA stehen, so dass künftig weiterhin mit einem deutlichen Anstieg zu rechnen ist.

Im März 2019 befanden sich in der Summe 1.899 erwerbsfähige Leistungsberechtigte in einer Arbeitsfördermaßnahme der KOA. Aktuell befinden sich aktuell über 24 Prozent aller dem Arbeitsmarktmarkt zur Verfügung stehenden Personen in einer Arbeitsfördermaßnahme – eine sowohl im Langfristvergleich als auch im Vergleich mit anderen Jobcentern nach wie sehr hohe Aktivierungsquote.

6 Finanzen

6.1 Finanzausstattung durch den Bund

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hatte den Jobcentern im Herbst vergangenen Jahres die vorläufige Verteilung der originären Mittel für Leistungen zur Eingliederung in Arbeit und für Verwaltungskosten der Grundsicherung für Arbeitssuchende mitgeteilt. Ende Januar wurden nun die endgültigen Budgets bekannt gegeben.

In der Summe betragen die Budgets für 2019 im Bereich Verwaltung 14,46 Mio. Euro, im Bereich Eingliederung 11,88 Mio. Euro und bei den Drittmitteln 0,3 Mio. Euro. Mit zusammen 26,64 Mio. Euro erreicht die Finanzausstattung der KOA im kommenden Jahr ihr bislang höchstes Niveau. Damit wird der Rückgang an Drittmitteln, die 2019 – insbesondere bedingt durch das Projekt Soziale Teilhabe, das zum Jahresende 2018 ausgelaufen ist – geringer ausfallen als im Vorjahr, mehr als kompensiert.

Übersicht 7: Entwicklung der Budgets

QB 31.03.2019 - Übersicht 7
 

Vor dem Hintergrund des im Koalitionsvertrag für die 19. Legislaturperiode vereinbarten Schwerpunktes der Bekämpfung von Langzeitarbeitslosigkeit wurde seitens des Bundes bei der Verteilung der Eingliederungsmittel ein neuer, ergänzender Verteilungsmaßstab eingeführt. Die Verteilung erfolgt auf Grundlage der Zahl der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten ergänzt um einen sogenannten "Strukturindikator". Ergänzendes Verteilungskriterium ist dabei das Verhältnis der Langzeitleistungsbezieher zu den erwerbsfähigen Leistungsberechtigten des jeweiligen Jobcenters. Dadurch erhält der Ortenaukreis im Vergleich zur bisherigen Verteilkriterium rund 0,9 Mio. € mehr.

6.2 Finanzaufwand des Kreises

Für das Jahr 2019 gehen wir von einem geplanten Kreisanteil an den Unterkunftskosten (KdU) von 17,1 Mio. aus. Dieser liegt über dem Wert des Jahres 2018, da der Anteil der Bundeserstattungen sinkt. Die KdU-Bundesbeteiligung liegt im Jahr 2019 nur bei 48,3% (gegenüber 52,9 Prozent im Jahr 2018). Dies liegt daran, dass der Anteil aus dem 1,6 Mrd.-Paket zur Entlastung der Kommunen über die Umsatzsteuer verteilt wird und dadurch sinkt. Dabei werden die flüchtlingsbedingten Unterkunftskosten auch 2019 voll erstattet.